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Die Welt in Hannover: Wann und wo sind Sie geboren? Am 19. Juli 1986 in...


  1. Wann und wo sind Sie geboren?
    Am 19. Juli 1986 in einer kleinen Stadt in Zentralrumänien, die auf Deutsch Reps und auf Rumänisch Rupea heißt.

    Welche Staatsangehörigkeit haben Sie?
    Als Angehörige der Siebenbürger Sachsen – einer deutschsprachigen Minderheit in Rumänien – hatte ich von Geburt an die deutsche und die rumänische Staatsangehörigkeit. Mittlerweile habe ich nur noch die deutsche. Die rumänische brauchte ich schlichtweg nicht und habe sie abgegeben.

    Seit wann leben Sie in Hannover?
    Seit 2008.

    Warum sind Sie damals nach Hannover gekommen?
    Ich habe eine Schule gesucht, um dort mein Abitur nachzuholen. Die Schule in Hannover war mir durch meine Ausbildung bekannt. Ich habe mich deshalb für einen Umzug nach Hannover entschieden, das Abitur nachgemacht und studiere jetzt an der Leibniz Universität Hannover.
    Bevor ich nach Hannover gezogen bin, habe ich in der Lüneburger Heide gewohnt. Meine Familie ist 1990 aus Rumänien dorthin gezogen. Rumänien war zu diesem Zeitpunkt ein Land im Chaos und die Auswirkungen der Revolution von 1989 waren deutlich zu spüren. Lebensmittel waren rationiert, Korruption war an der Tagesordnung – insgesamt waren die Lebensumstände nicht gut. Als Angehörige der deutschsprachigen Minderheit war es für meine Familie relativ einfach nach Deutschland auszuwandern und so den Verhältnissen in Rumänien zu entkommen.

    Was ist für Sie typisch hannoveranisch?
    Außer Lüttje Lage? Typisch für Hannover ist das Image als Stadt ohne Reiz. Interessanterweise haben auch viele Hannoveraner einen Hannover-Komplex und machen die Stadt schlecht. Das kann ich nicht nachvollziehen, denn ich finde Hannover ist durchaus eine nette Stadt zum Leben.

    Und was empfinden Sie als typisch deutsch?
    Bürokratie. Ich habe eine Ausbildung in der Verwaltung gemacht und habe so den deutschen Hang zur Bürokratie quasi hautnah miterlebt.
    Charakteristisch für dieses Land ist auch die
    aktive Art der Vergangenheitsbewältigung. Ich finde es bewundernswert, wie nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs die Zeit des Nationalsozialismus aufgearbeitet wurde.  
     
    Haben Sie einen Lieblingsort in Hannover?

    Die Limmerstraße und das Ihme-Ufer.

    Was vermissen Sie aus Ihrem Geburtsland?
    Als Kind habe ich in Deutschland eine Süßspeise vermisst, die es in Rumänien zwar selten gab, jedoch unglaublich lecker war. Meine Mutter erklärte mir damals, dass es die auch in Deutschland gibt: Eis. Allerdings ist das rumänische Eis in meiner Erinnerung bis heute unerreicht.

    Wenn Sie den Begriff Heimat hören, woran denken Sie?
    Ich denke an das Bauernhaus meiner Großmutter in Rumänien. Da habe ich mich immer zuhause gefühlt und das Haus ist für mich bis heute mit dem Begriff „Heimat“ eng verbunden. Aber auch Hannover wird immer mehr zu meiner Heimat.

     
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